Kinderhaus St. Paulus Reichenbach beteiligt sich an der Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher

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Kinderhaus St. Paulus Reichenbach beteiligt sich an der Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher

Mit dem Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher: Nachwuchs gewinnen, Profis binden “ unterstützt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und  Jugend die Bundesländer und die Träger von Kindertageseinrichtungen dabei, pädagogische Fachkräfte zu gewinnen und bereits ausgebildete Fachkräfte im Beruf zu halten und ihre Kompetenzen zu stärken. Der Bund stellt modellhaft Mittel zur Vergütung von Auszubildenden bereit. Außerdem wird in die Qualität der Ausbildung investiert sowie berufliche Entwicklungsperspektiven für erfahrene Fachkräfte geschaffen.

Seit Beginn des neuen Kinderhausjahres 2019/20 ist das Kinderhaus St. Paulus Reichenbach dabei und erhält Zuschüsse in den Bereichen „gute Praxisanleitung durch Professionelle Begleitung der Fachschülerinnen und – Schüler“ sowie „Neue Perspektiven mit dem Aufstiegsbonus für Profis“.

Derzeit werden im Kinderhaus St. Paulus Reichenbach drei Auszubildende im Rahmen der praxisintegrierten Ausbildung zum/zur Erzieher/in sowie zwei Auszubildende in der herkömmlichen fünfjährigen ErzieherInnenausbildung ausgebildet. Mit unserem Engagement im Ausbildungsbereich möchten wir einen Beitrag leisten Fachkräfte zu gewinnen und dazu beitragen, eine gute und qualitativ hochwertige Betreuung für alle Kinder in unserer Obhut sicher zu stellen.

In Zeiten des flächendeckenden Fachkräftemangels, so Kinderhausleitung Monika Kulzer ist es unabdingbar sich im Ausbildungsbereich zu engagieren. Seit Jahren bilden wir aus und es hat sich gelohnt. Inzwischen sind von den derzeit 14 Erzieherinnen im Team 7 Erzieherinnen ehemalige Auszubildende und 3 Erzieherinnen ehemalige Kinderpflegerinnen, die die Weiterbildung von der Kinderpflegerin zur anerkannten Fachkraft genutzt haben. Mit Hilfe des Bundesprogramms bilden sich derzeit Kinderhausleitung Monika Kulzer sowie Erzieherin Monika Aumer zur „Qualifizierten Praxisanleitung“ weiter und für die Einrichtung wird das Zertifikat „zertifizierte Praxiseinrichtung“ erworben. Außerdem gibt es einen finanziellen Zuschuss, so dass eine Freistellung von 6 Stunden in der Woche für die Anleitung der drei Auszubildenden in der praxisintegrierten Ausbildung ermöglicht wird. Dies sind seitens der Politik richtige Signale, jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, so Kulzer. Genauso wichtig ist eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung für Erzieherinnen, hier ist unverzüglicher Handlungsbedarf. Erst wenn wir mit der Ausbildungsvergütung mit anderen Ausbildungsberufen mithalten können, werden wir wieder junge Menschen für den Beruf begeistern.

Nicht nur im Ausbildungsbereich werden Fördermittel abgerufen sondern auch im Bereich Profis binden. Hier erhalten seit Beginn des Kinderhausjahres 2019/20 drei Mitarbeitenden mit Zusatzqualifizierung in den Bereichen Inklusion, Praxisanleitung und Krippenpädagogik einen finanziellen monatlichen Aufstiegsbonus. Erfahrenen Fachkräften wird dadurch eine Entwicklungsperspektive ermöglicht, so Kulzer und eine Wertschätzung für ihre Bereitschaft in der Fort- und Weiterbildung entgegengebracht. Auch der Freistaat Bayern erhält Fördermittel in Höhe von ca. 861 Millionen aus dem „Gute-Kita-Gesetz“ bis zum Jahr 2022, ob diese jedoch richtig eingesetzt sind, muss man inzwischen in Frage stellen. Anstatt diese Mittel komplett in die Qualitätsentwicklung zu investieren, fließt der Löwenanteil in die Beitragsentlastung der Eltern ohne einen Blick darauf zu werfen, inwieweit die Kommunen ausreichend Betreuungsplätze schaffen und vorhalten können beziehungsweise die Träger der Betreuungseinrichtungen in der Lage sind Fachkräfte für ihre Einrichtungen zu finden. Der Kampf um die Fachkräfte in den Kinderbetreuungseinrichtungen ist somit im vollen Gange und trägt sicherlich nicht zu einer Qualitätsentwicklung im frühkindlichen Bereich bei.