Pikler Materialien halten Einzug im Krippenbereich des Kath. Kinderhauses St. Paulus Reichenbach

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Pikler Materialien halten Einzug im Krippenbereich des Kath. Kinderhauses St. Paulus Reichenbach

Seit September beteiligt sich die Kinderkrippe am Projekt „Wir bewegen Kitas“ der DAK-Gesundheit und der Hengstenberg-Pikler-Gesellschaft. Zunächst konnten die Erzieherinnen Kathrin Köppl, Stefanie Porsch und Yvonne Faltermeier mit Hilfe einer Fortbildungsveranstaltung Einblicke und Hintergrundwissen im Umgang mit den Pikler Materialien sammeln. Inzwischen stehen die Bewegungselemente den Krippenkindern zur Verfügung.  „Pikler Bewegungsmaterialien sind niedrige Podeste und schräge Ebenen, die es als Anbaukeile gibt. Dazu kommen das Labyrinth, ein Kriechtunnel aus Holz und das Pikler-Dreieck. Sie sind für Säuglinge und Kleinkinder in Krippen gedacht. Die Grundlage für die Raumgestaltung mit den Pikler-Bewegungsmaterialien ist der pädagogische Ansatz der Kinderärztin Dr. Emmi Pikler (1902-1984).

Die Arbeit Emmi Piklers zeichnet sich durch eine ebenso einfache, wie wirksame Herangehensweise aus. Sie beruht im Wesentlichen auf Autonomieentwicklung und Beziehungsqualität. Die Aufgaben der erwachsenen Bezugsperson sind dabei: Raum-Geben, Vertrauen-Schaffen, Bereitschaft-Zeigen, Beobachten und Führen.

Durch ihre Erkenntnisse hat Emmi Pikler schon damals einen neuen Weg aufgezeigt!

Es braucht, neben sicheren Bindungen, genügend Raum, Zeit, Ruhe, geeignete Kleidung und geeignete Umgebung mit Spielmaterial, um dem eigenen Interesse ohne Gefahr selbstständig nachgehen zu können. Dann hat das Kind die Möglichkeit aus seinem eigenen Tun und Verhalten zu lernen. Dieser Prozess des Lernens spielt eine sehr wichtige Rolle im ganzen späteren Leben des Menschen.

Durch diese Art der Entwicklung gelangt der Säugling selbstständig, mit geduldiger, ausdauernder Arbeit, mit Sammlung seiner ganzen Aufmerksamkeit zu seinem Können, er erlernt also im Lauf seiner Bewegungsentwicklung nicht nur sich auf den Bauch zu drehen, nicht nur das Rollen, Kriechen, Sitzen, Stehen oder Gehen, sondern er lernt auch das Lernen. Er lernt sich selbständig mit etwas zu beschäftigen, an etwas Interesse zu finden, zu probieren, zu experimentieren. Er lernt Schwierigkeiten zu überwinden. Er lernt die Freude und die Zufriedenheit kennen, die der Erfolg – das Resultat seiner geduldigen, selbstständigen Ausdauer – für ihn bedeutet.

Ein Kleinkind, das nach diesen Grundsätzen aufwachsen kann, hat gute Voraussetzungen für ein positives Körper- und Gesundheitsbewusstsein, für Beziehungs- und Teamfähigkeit, Autonomie und Selbstverantwortung – kurz: gute Startbedingungen für eine reife Persönlichkeitsentwicklung